|
Ein paar einfache Mailserver
Hier habe ich ein paar einfache Mailserver für Sie bereitgestellt. Auch diese Programme sind in
Java geschrieben und werden an der Konsole (unter MS-Windows also an der MS-DOS-Eingabeaufforderung)
gestartet. Abgebrochen werden diese Programme mit der Taste Control-C bzw. Steuerung-C.
Das Programm Mailvernichter ist ein einfacher Mailserver, der das Protokoll SMTP korrekt
abwickelt, allerdings die empfangene Mail nicht weiterverarbeitet. Wenn Ihr Rechner aus dem Internet
erreichbar ist (z.B. mit einem dynamischen Domainnamen), so
können Sie mit dem Programm ein offenes Relay vortäuschen und so Spam-Versender, die nach offenen
Relays suchen, in die Irre leiten. Denn das Programm nimmt wie ein offenes Relays unabhängig von
der jeweiligen Empfängeradresse alle Mails entgegen, schickt diese dann aber nicht weiter.
Das Programm Mailreporter tut fast dasselbe wie der Mailvernichter, d.h. es nimmt E-Mails
entgegen und verwirft diese. Jedoch gibt der Mailreporter die Empfängeradressen der E-Mails an der
Konsole aus. Hat man an verschiedenen Stellen (z.B. im Quelltext seiner Webseiten) fingierte E-Mail-Adressen
platziert, die nur zum Einfangen von Spam dienen und die zum heimischen Rechner führen, so kann man hiermit
recht einfach einen Einblick erhalten, welche Adresse wie häufig angeschrieben wird.
Das Programm Mailablehner tut genau das Gegenteil: Dies ist ein SMTP-Server, der
generell die Entgegennahme von E-Mails ablehnt. Er wickelt also das Programm SMTP korrekt ab,
nimmt aber trotzdem keine einzige Mail entgegen, sondern weigert sich, die angegebenen Empfängeradresse
zu akzeptieren. Jede Empfängeradresse beantwortet der Mailablehner mit dem Fehlercode 550.
Das Programm Mailblocker ist ein Mailserver, der den jeweiligen Client (also den Rechner, der
E-Mail abliefern will) gar nicht zu Wort kommen läßt. Dies geschieht dadurch, daß der Mailblocker bereits
die Begrüßung (Code 220 im Protokoll SMTP) als nicht endenden Ablauf von Fortsetzungszeilen sendet. Die
TCP/IP-Verbindung zum Client wird aufrechterhalten, aber er kommt nicht dazu, Mails abzuliefern. Ist man
sicher, daß am eigenen Rechner per SMTP nur Spam-Mails abgeliefert werden, so kann man mit dem Mailblocker
die Versender ärgern, d.h. deren Ressourcen (TCP/IP-Verbindungen) sinnlos blockieren. Derartige Programme
werden auch als Teergrube bezeichnet. Der Mailblocker ist ein sehr einfaches Beispiel einer Teergrube ohne
viel Komfort. Eine Teergrube, die auch Statistiken über ihre Verbindungen ausgibt, finden Sie zum Download
auf der Webseite http://www.daniel-rehbein.de/spamgift.html
Das Programm Singlemail ist ein Beispielprogramm zum besseren Verständnis des Protokollablaufs
in SMTP bei der Übertragung einer E-Mail gemäß RFC 2821. Es handelt
sich hier auch um einen Mailserver, aber er nimmt nur genau eine einzige Mail entgegen und beendet sich danach
wieder. Der komplette SMTP-Dialog inklusive der empfangenen E-Mail wird ausgegeben. Starten Sie dieses Programm
auf Ihren Rechner und schicken Sie sich dann eine E-Mail (mit Ihren gewohnten E-Mail-Programm oder auch mit
dem obigen Programm Testmail), um zu sehen, wie diese E-Mail dem Mailserver übergeben wird.
Die einzelnen Programme werden so aufgerufen:
java mailvernichter mail.example.com 25
java mailreporter mail.example.com 25
java mailablehner mail.example.com 25
java mailblocker mail.example.com 25
java singlemail mail.example.com 25
Dabei bedeuten:
| java mailvernichter | Aufruf des Programmes. |
| mail.example.com | Der Name, mit dem der SMTP-Server sich im Begrüßungstext melden soll.
Wenn Ihr Rechner aus dem Internet erreichbar ist, setzen Sie hier Ihren tatsächlichen Domainnamen ein. |
| 25 | Der TCP/IP-Port, auf dem der Prozeß laufen soll. Für den Empfang von E-Mails durch einen SMTP-Server ist dies
typischerweise 25. Setzen Sie eine Firewall oder einen Router ein, so muß dieser Port freigeschaltet werden. |
|